Stark und mutig ist nicht, wer im Internet alle Adressen “aushält”. Stark und wirklich schon (fast) erwachsen ist, wer für ihn persönlich unpassende Webseiten erkennt und wegklickt. Das ist der echte Held im “Abenteuer Internet”!
Hach, da geht einem ja direkt das Herz auf bei solch poetischen Worten, gerichtet an die blühende Jugend unserer vor Kraft und Optimismus nur so strotzenden Gesellschaft voll moralischer Vorbilder und öffentlich gelebter Nächstenliebe an der Grenze zur Selbstaufgabe.
Diese inspirierenden Zeilen hab ich aber nicht aus nem Heftchen für Lehrer, die nicht wissen, was sie in Poesiealben schreiben sollen, die sie von ebenso fehlgeleiteten wie pickligen Halbwüchsigen zugeschoben bekommen. Nein, sie stammen von der Website jugendschutzprogramm.de, einem Verein, der sich den Schutz des wichtigsten Rohstoffes unseres weltweiten altruistischen Experiments auf die Fahnen geschrieben hat.
Und wenn es darum geht, unsere Jugend zu schützen, wissen wir ja wohl eines genau: Schund wie dieses angebliche Familienblog, dieser böse Wolf im Schafspelz einer kuscheligen Kulturpublikation, die so schamlos vorgibt, in einer Reihe mit den großen Feuilletons der Republik steht, gehört verboten!

Das erfüllt mich vor allem mit einem Gefühl: Stolz.
Endlich bin ich da angekommen, wo ich von Anfang an hinwollte. Endlich hat diese hinterhältige Schundpublikation ihren Platz auf der von Jean Remy von Matt so eindringlich beschworenen Klotür gefunden. Ich bin angekommen.
(via)
Bin da! Wer noch?
Sonntag hier: Kultur.
Das Titelbild basiert auf einem Foto des Flickr-Users nromagna, der es freundlicherweise unter einer CC-Lizenz veröffentlicht hat. Dem schließe ich mich an und sage brav Danke schön!
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