Al Gore und die Glaubwürdigkeit

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Über eines müssen und werden wir uns hier nicht streiten:
Guckt man sich die Fakten an, wird jedem klar, dass es so nicht weitergehen kann und wir alle was tun müssen, um diesen Planeten nicht völlig vor die Wand zu fahren.
Man kann auch nicht genug tun, um die Menschen dazu zu bringen, etwas zu tun. Am besten ist immer, man geht mit gutem Beispiel voran, denn nur wer selbst etwas leistet, der kann auch etwas einfordern, sonst wird’s unglaubwürdig.

Bei der diesjährigen Oscar-Verleihung hat auch An Inconvinient Truth abgesahnt, für den auch der ehemalige US-Vize-Präsident vor der Kamera stand. Im Siegestaumel hat er sich auch nochmal geäußert und folgenden Appell formuliert:

My fellow Americans, people all over the world, we need to solve the climate crisis, it’s not a political issue, it’s a moral issue. We have everything we need to get started, with the possible exception of the will to act, that’s a renewable resource, let’s renew it.

Moral also. Hört sich toll an. Und das beste daran: der Mann geht mit gutem Beispiel voran. Sollte man denken, scheint aber leider nicht so zu sein. Anscheinend ist es leider so, dass der gute Al so richtig was durch die Leitung zieht:

The average household in America consumes 10,656 kilowatt-hours (kWh) per year, according to the Department of Energy. In 2006, Gore devoured nearly 221,000 kWh—more than 20 times the national average.
Last August alone, Gore burned through 22,619 kWh—guzzling more than twice the electricity in one month than an average American family uses in an entire year. As a result of his energy consumption, Gore’s average monthly electric bill topped $1,359.
Since the release of An Inconvenient Truth, Gore’s energy consumption has increased from an average of 16,200 kWh per month in 2005, to 18,400 kWh per month in 2006.
Gore’s extravagant energy use does not stop at his electric bill. Natural gas bills for Gore’s mansion and guest house averaged $1,080 per month last year.

Da verbrauchen die nicht grad sparsamen Amis schon das Dreifache eines deutschen Haushalts pro Jahr und was macht die Galionsfigur der amerikanischen Umweltaktivisten? Er verzwanzigfacht das mal so eben.
Aber halt, ist bestimmt alles halb so schlimm, schließlich gibt’s in den USA mittlerweile auch Ökostrom zu kaufen. Funktioniert genauso wie hier, man zahlt ein wenig mehr, kann aber mit gutem Gewissen Strom aus Wind-, Wasser- oder Solarenergie verballern. Wenn einer das macht, dann bestimmt der gute Mr. Gore, die grüne Stimme Amerikas. Pustekuchen!
Anscheined ist ihm das zu teuer, denn er bezieht wohl ganz normalen Strom:

But according to public records, there is no evidence that Gore has signed up to use green energy in either of his large residences. When contacted Wednesday, Gore’s office confirmed as much but said the Gores were looking into making the switch at both homes. Talk about inconvenient truths.

Also schön Wasser predigen und den Wein nicht nur saufen, sondern auch noch darin baden.

Das Problem ist nur, dass jemand, der so im Fokus steht und in seinem eigenen Land quasi die Personifizierung des Umweltbewusstseins ist und sich auch noch dafür feiern lässt, derart gegen die selbst von anderen eingeforderte Lebensweise verstößt, der Sache mehr als schadet. Ich kann mir vorstellen, dass viele sich jetzt erst recht sagen, dass alles nur gelogen sei. Wenn Gore sich schon selbst nicht daran hält. Wie dämlich kann man sein!!??

(Quellen: 1, 2, 3, 4)

7 KOMMENTARE

  1. In der Sache hast du natürlich völlig recht. Trotzdem glaube ich, er erreicht mit seinem Engagement ziemlich viele Amerikaner. Der Großteil wird nicht mitbekommen das der Herr Gore selber ne große Umweltsau ist. Insofern bin ich zweigeteilt. Einerseits verurteile ich natürlich seine verlogenheit, andererseits ist es trotzdem wichtig, da unter dem Strich doch ein Thema das bislang verdrängt wurde „hochkommt“

  2. Stimmt schon, man muss es ihm eindeutig als Verdienst anrechnen, dass er viele für das Thema sensibilisiert hat, die vorher alles, was irgendwie in Richtung Umweltpolitik ging, als Satanswerk abgetan haben.
    Trotzdem ist das natürlich ne Riesenenttäuschung. Wie kann man so blöd sein? Sowas muss man doch auf der Rechnung haben!

  3. […] Gerade noch hat er den Oscar für “Eine unbequeme Wahrheit” gewonnen, nun wird Al Gore als Nicht-Öko enttarnt: Sage und schreibe 191.000 Kilowattstunden soll er letztes Jahr in seinem Haus in Tennessee verbraucht haben – für schlappe 1080 Dollar pro Monat. Denkfabrik berichtete schon vor zwei Tagen darüber, nun sogar tagesschau.de. Es scheint also was dran zu sein am Ungrünen Al Gore. Statt seinen eigenen Verbrauch zu drosseln, kauft der Gute lieber Klimaschutzzertifikate, um sein grünes Gewissen aufzubessern… Also mich läßt das Ganze einfach nur fassungslos werden! […]

  4. “Klimakiller” oder “Klimafreund” – Die Debatte um Al Gore…

    Der Film “An inconvenient truth” zeigt auf eindrucksvolle Weise den menschlichen Einfluß auf den Klimawandel. Al Gore und die Produzenten des Films erhielten dafür meines Erachtens zu Recht den “Oscar”. Allerdings scheint sich…

  5. 8.7.07
    In einer Reportage „Der Klimawandel – alles Schwindel“ in n-tv
    am 7.7.07 wird dargestellt, daß nicht der Mensch das Klima auf
    der Erde beeinflußt – sondern die Sonne, mit ihrer
    unterschiedlichen Aktivität !

    Dies haben Wissenschaftler für die letzten 1000 Jahre klar
    dokumentiert. Einen Zusammenhang mit dem von Menschen
    erzeugten CO-2 gibt es nicht.

    Der CO-2-Anteil, der aus den Weltmeeren kommt,
    also von Menschen unbeeinflußt, beträgt 90% !
    Im Mttelalter war es wärmer als heute, ohne CO-2 von Menschen !

    Wir werden belogen, von A bis Z !!!
    Die Frage ist: Warum ?

  6. Ganz bestimmt werden wir von den Leuten von Smart belogen, damit man sich nen schicken Zweisitzer dort kauft, statt nen dicken SUV aus Amiland.

    Selbst wenn die Sonne massive Auswirkungen auf unser Klima hat, was ja per se selbstverständlich ist und es hier somit nur um das Ausmaß gehen kann. Auch dann dürfte doch eigentlich jedem klar sein, dass sich an der Grundhaltung der Zivilisation gegenüber der Natur und ihren und somit unseren Ressourcen etwas ändern muss. Oder ist auch die Behauptung, dass es in absehbarer Zukunft kein Öl mehr geben wird, gelogen?
    Der Mensch ist und bleibt eine, wenn nicht gar die, treibende Kraft hinter dem Wandel, den unsere Welt gerade erleidet.

  7. @Helmut Kniss

    Jaja, der Beitrag. Jede Lobby hat Geld, und jede gibt es für ihre Interessen aus. Ich habe den Beitrag auch gesehen und bin sozusagen vom Fach.
    Am nächsten Tag habe ich mit mehreren anderen Klimatologen (u.a. 2 Profs) darüber diskutiert… auf deren Meinung gebe ich mehr als auf einen Fernsehbeitrag.
    Der (vom Menschen produzierte) Klimawandel ist unbestreitbar. Es ist so, als ob mal bestreiten würde, dass der Himmel blau ist.

    P.S. Im Mittelalter war es nicht wärmer, im Mittelalter herschte eine sogenannte kleine Eiszeit. Deswegen stand ja auch die Entwicklung des Menschen still (bzw. ging sogar zurück).

    Meine Frage zurück: warum leugnet man immer noch den Klimawandel????

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