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Was für ein Zufall!
Am Montag erreichten mich zwei Mails, die sich mit der Klamottenmarke Thor Steinar beschäftigen. Eine von einem Kollegen aus Deutschlands Wildem Osten und eine von einem unbekannten Leser, der höchstwahrscheinlich via Google über diesen Artikel gestolpert sein dürfte. Die beiden Mails sind grundverschieden und sollen hier als Anlass dienen, auch mal ein bisschen selbstreflektierend zu schreiben, was durchaus nicht ohne Selbstkritik geschehen soll.
Aber der Reihe nach.
Nachdem ich in einem Artikel meine Verwunderung über einen Neonazi-Ausflug nach Ikea in Osnabrück zum Ausdruck gebracht hatte, bin ich von Google recht gut für die Suche nach dem Begriff “Thor Steinar Wallpaper” platziert worden.
Dies wiederum wunderte mich, da immer mehr Besucher über diese Suchanfrage aufs Blog kamen. Meine nie verhehlte Meinung zum Sujet brachte ich in bestem Deutsch zum Ausdruck und begrüßte potentielle Suchende in einer kleinen Falle, die ich für Google aufgestellt hatte. Ich zitiere mich selbst:
Leckt meinen braunen Latino-Arsch, Ihr Nazi-Wichser!
Vielen Danke für Eure Aufmerksamkeit.
Dieser Artikel blieb lange Zeit kaum beachtet, bis Google erneut zuschlug und mich auf Platz 1 setzte.
Danke für die Blumen, willkommen Thor Steinar Fans!
Was folgte war ein unheimlich unterhaltsames Scharmützel, das vor allem offenbarte, dass die deutschesten Deutschen wohl nicht in der Lage sind sich einigermaßen auszudrücken. Armes Deutschland. Und sie lassen sich herrlich provozieren.
Irgendwann wurde dies aber zu anstrengend und ich habe die Kommentare geschlossen.
Montag kamen dann die besagten beiden Mails. Hier die vom eingangs erwähnten unbekannten Leser, einem gewissen Martin S.:
vielen Dank für die nette Begrüßung. Ich bin etwas schockiert welches Niveau auf deiner Seite herrscht. Ich fand zum Beispiel auch zuerst die Klamotten gut bevor ich erfahren habe das diese der rechten Szene zugeordnet werden. Aber auch die Marke Landsend soll betroffen sein.
Ich habe mir den Spaß gemacht und habe mir die komplette Kollektion von “TS” angesehen. Ich fand lediglich drei Artikel die man beanstanden könnte. Wenn man davon ausgeht das das zweideutig gemeint ist.
Das Problem ist das “TS” große Marken kopiert. Der unterschied liegt zum Teil nur an einem kleinen Emblem. Wer das nicht sieht der weis gar nicht das es “TS” ist.Frage: Was machen wir wenn die rechten plötzlich gerne Adidas, Nike, Puma, Esprit, D&C etc. tragen?
Verbieten wir grundsätzlich Kleidung für rechte? Was sollten die deiner Meinung nach tragen? Was dürfen wir anderen tragen?
Die Welt kann doch sooooo einfach sein!
Hier werden einige Fragen aufgeworfen, an denen ich mich mal ein wenig austoben will.
Zuerstmal zum Niveau: Tut mir leid, falls es du dich angegriffen fühlst. Das war sicherlich ein Ausbruch, der relativ unreflektiert in die Weiten des Web gepustet wurde. Nur, warum fühlst du dich überhaupt angesprochen?
Du fandst die Klamotten toll, bis du rausbekommen hast, was dahintersteckt?
Völlig normal. Das Zeug sieht ja wirklich nicht allzu schlecht aus. Würd ich vermutlich auch drauf stehen, wenn es nicht so wäre wie es ist.
Ausschlaggebend ist in diesem Fall nämlich nicht unbedingt, was auf den Klamotten zu sehen ist – das ist nämlich bis auf Details nicht wirklich weltbewegend.
Viel wichtiger ist die Ideologie die dahinter steckt und durch den Erwerb dieser Kleidung finanziell unterstützt wird. Und wer sowas sehenden Auges unterstützt ist nicht mein Freund. Punkt. Meine Meinung.
Du fragst, was passieren würde, wenn das Faschopack dazu übergeht vermehrt und gezielt normale Bekleidungsmarken wie Adidas, Puma etc. zu tragen? Kann ich dir sagen. Diese Firmen würden dazu übergehen, sich von der unerwünschten Kundschaft zu distanzieren. So wie es auch Lonsdale beispielsweise gemacht hat. Zum Beispiel durch den gezielten Einsatz von Werbeformen, die der unerwünschten Kundschaft bestimmt nicht schmeckt.
Die Welt kann doch sooooo einfach sein!
Du sagst es ja selbst. Man muss nur zu seiner Meinung stehen und dafür geradestehen. Was dieses braune Gesocks kann, kann ich schon lange. Siehst du ja.
Und das andere das auch können, zeigt die zweite Mail, die ich am Montag im Postfach hatte. Sie beinhaltete einen mehrseitigen Flyer zum Thema Stop Thor Steinar. Ist zwar anscheinend schon n bisschen älter, fasst die Chose aber nett zusammen. (Kann ich auf Wunsch zuschicken oder hier als Download einbinden.)
Ach ja:
Martins Mail hatte noch ein Postscriptum, das ich hier nicht verschweigen möchte:
P.S.
Bitte nicht antworten ich stehe nicht auf Beschimpfungen oder Beleidigungen.
Ich antworte ihm trotzdem und schicke ihm einen Link zu diesem Artikel.
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