Natürlich war da diese Angst. Diese Ungewissheit, ob wirklich alles gut läuft und die Kinder problemlos auf die Welt kommen. Ob sie normal werden. „Normal“. In einwandfreiem Auslieferungszustand. Man kann es nennen, wie man will, man kriegt den bitteren Beigeschmack nicht weg, dass man sich die Frage gestellt hat, was ist, wenn die Kinder – oder eines davon (Zwillinge, wir erinnern uns.) eben nicht „normal“ auf die Welt kommen.

Wie reagiert man, wenn der Nachwuchs eine Behinderung hat? Hat man das kleine hilflose Wesen, das man plötzlich im Arm hat, deshalb weniger lieb? Ist man ein Monster, wenn einem der Gedanke vorher durch den Kopf geht? Wenn man im Vorfeld nicht weiß, wie man reagieren wird?

Wir haben unsere Gefühle nicht unter Kontrolle. Vielmehr ist es ja andersrum. Nur kennen unsere Gefühle nicht nur A oder nur B. Es ist ein ewiger Kampf und manchmal dauert es ein bisschen länger.

Es kommt ja selten vor, dass ich bei einem Kurzfilm nen dicken Klos im Hals hab. Seit die Terror Twins sich in unser Leben gebrüllt haben, hat sich etwas geändert. Manche Dinge, manche Geschichten nehmen einen plötzlich viel mehr mit als noch vor kurzer Zeit. Man reagiert plötzlich viel sensibler, sobald Kinder im Spiel sind und zwar nicht nur die eigenen.

Es ist, als ob irgendjemand einen Schalter umgelegt und einen in den universellen Beschützermodus schaltet. Und plötzlich guckt man einen Kurzfilm und merkt, wie man sauer wird. Und sich hilflos fühlt. Weil es einen nicht mehr kalt lässt. Weil einen die eigenen Kinder ändern können. Für immer.

How Was Your Day? ist ein so verstörender wie gemeiner aber eben auch grandioser Kurzfilm von Damien O’Donnell.

In diesem Zuge kann ich auch nur jedem den Film We need to talk about Kevin ans Herz legen. Auch keine leichte Kost, aber ebenso gut.

(via shortoftheweek.com)

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