Warum war hier eigentlich in letzter Zeit so wenig los? Was ist passiert?

Da muss ich ein bisschen ausholen. Das Ausmaß der ganzen Sache erschloss sich mir nämlich bereits vor einer ganzen Weile. Genauer gesagt am 1. Dezember.

Sie setzen sich mal besser hin. Sie sind ja ganz blass!

Japp, genau das waren ihre Worte. Ich guckte auf den Monitor und sah ganz deutlich, dass da zwei waren. Zwei von diesen Knubbeln, die man auf einem frühen Ultraschall-Bild eben sieht. Zwei. Zwillinge.

„Sie setzen sich mal besser hin. Sie sind ja ganz blass!“ Ja, doch, das war ne gute Idee der Ärztin, die sich ein Grinsen bei meinem Anblick nicht ganz verkneifen konnte.

Du? Ich glaube, dass meine Fruchtblase geplatzt ist.

Tjoa. Und auf einmal war es soweit. Wir waren noch bis nach Mitternacht bei einer Freundin, haben uns dann noch bis um 2 Uhr die Wiederholung von Ninja Warrior Germany angeguckt, weil wir Bock auf was Beklopptes hatten. Die Nacht war aber früh zuende.

Es war ziemlich genau 4:45, als ich sie den Satz sagen hörte: „Du? Ich glaube, dass meine Fruchtblase geplatzt ist.“ Überraschenderweise kam jetzt keine Panik auf. Die Tasche war schon gepackt, ein Taxi schnell gerufen und um 6:30 standen wir in der Uni-Klinik. Glücklicherweise im richtigen Gebäude, denn die Uni-Klinik Köln ist ja ein ganzes Stadtviertel für sich.

Die Mädels sind geplatzt, wie Popcorn in ner heißen Pfanne

Was folgte waren 32 Stunden, die angefüllt waren mit einer wilden Mischung aus Langeweile, Stress, perfekter Organisation und blankem Chaos. Das will ich jetzt aber nicht der Klinik in die Schuhe geschoben wissen, denn die können ja nun nichts dafür, dass bei dem starkem Temperaturanstieg von Samstag auf Sonntag, die schwangeren Damen geplatzt sind, wie Popcorn in ner heißen Pfanne. Irgendwann war schlicht und ergreifend alles voll.

Hatte ich eben was von 32 Stunden erzählt? Japp, so lange hat es dann gedauert, bis es laut wurde.

Meine Frau, meine Tochter und mein Sohn sind wohlauf und das ist erstmal das Allerwichtigste. Mit Abstand kommt dann aber auch das hier. Mein anderes Baby, das ich seit bald 16 Jahren umsorge und füttere.

Und jetzt?

Tja, was nun? Zum Glück bin ich nicht der erste Mensch mit einem zeitaufwändigen Hobby und Kindern. Die Lösung? Alles zu seiner Zeit. Natürlich kann ich hier nicht einfach so weitermachen wie bisher, dafür war das alles viel zu aufwändig. Ich hab aber auch keinen Bock so zu bloggen, dass ich hier immer nur Floskeln hinrotze wie „Toller/Netter/Süßer/Krasser Kurzfilm von xy, in dem dies und das passiert.“ und dann das Video einbinde. Dann kann ich es auch gleich sein lassen. Nee, das ist nicht keine Welt. Ich werde besser auswählen und härter aussieben müssen. Und, ja, auch hinten anstellen und sein lassen.

Aber ganz sein lassen? Niemals. Hier gilt immer noch das, was ich vor fast genau einem Jahr geschrieben habe, als ich meinen 15. als Blogger begangen habe:

Ich weiß nur eines ziemlich genau: Auch in fünfzehn Jahren werde ich – so ich denn noch atme – irgendwie irgendwas ins Netz schreiben. Dafür macht es mir viel zu viel Spaß. Mit ein bisschen Glück liegt noch eine ganze Menge Wegstrecke vor mir und vor uns. Und es wäre mir ein Fest, wenn sich unsere Wege auch in Zukunft immer wieder mal kreuzen werden.
Ich freu mich drauf.

Es sind schon wieder ein paar Sachen in der Pipeline. 😉


Das Titelbild basiert auf: Schnuller-Spenden-Baum 2. Autor: Zeitfixierer. Lizenz: CC BY-SA 2.0. Danke!

9 KOMMENTARE

  1. Hau rein. Zwillinge, herzlichen Glückwunsch. Ab einem gewissen Alter spielen die voll toll miteinander. Sagt man 😉 Nimm dir ne Pause, schreib, wenn du Bock hast. Ich werde dir verbunden bleiben.

    • Hach, das liest man gerne. 😉 Ja, das mit dem gemeinsam spielen hört man oft. Ich kenn nur niemanden, der selbst welche hat und das sagt. 😀
      Momentan saugt man einfach alles auf. Bin gespannt, wie sich der Alltag gestaltet, sollte es irgendwann mal sowas geben.

  2. […] Ich hab das ja letztes Jahr schon mal aufgeschrieben. Als wir beim ersten Ultraschall waren und ich auf dem Schirm sehr deutlich sehen konnte, dass da zwei Kinder gleichzeitig auf uns zukommen, wurde ich so blass, dass die Ärztin mir dringend riet, mich zügig hinzusetzen, wenn ich nicht jämmerlich umfallen wollte. […]

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