Ist sie erstmal weg, bricht für uns in der Regel eine Welt zusammen. Nichts ist mehr so, wie es mal war und wir wollen es wahrscheinlich auch gar nicht mehr wieder so haben, wie es mal war.

Obwohl – eigentlich doch. Eigentlich wollen wir alles wieder exakt so haben. Jedes Detail. Nur besser. Blicken wir nämlich durch die Brille der Sehnsucht zurück, erscheint uns vieles im Glanz der Perfektion, was durchaus seine Macken hatte. Es ist, als hätte es nie einen Streit gegeben, niemals Wolken im Paradies, aus dem wir gefallen sind und zu dem wir den Schlüssel nicht mehr haben.

Und doch werden wir nicht müde und setzen diese Brille gar nicht mehr ab. Wir lassen sie aufgesetzt, obwohl sie sich immer tiefer in unser Fleisch drückt. Wir nehmen die Pille und schlucken sie, weil sie verspricht, uns dahin zu bringen, wo wir glücklich waren.

Wir nehmen sie, obwohl sie uns immer weiter von dem wegbringt, was wir so sehr vermissen.

Aber wie sonst sollen wir wieder glücklich werden?


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The Last Orchid ist ein Kurzfilm von Chris Keller, der hier nicht zum ersten Mal mit einem guten Kurzfilm auffällt.


Das Titelbild basiert auf einem Foto von Flickr-User epSos.de, der es unter einer CC-Lizenz veröffentlicht hat. Dem schließe ich mich dankend an. Danke schön!

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