Warum das Glas halb leer ist

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Jawohl, ich bin bekennender Pessimist.

Das Glas ist nicht halb voll, sondern halb leer.
Es geht nur noch abwärts.
Gleich wird’s regnen und morgen werden wir alle sterben. Ihr auch!

Ich höre oft, das sei eine ziemlich traurige Einstellung und dass ich doch mal etwas positiver denken solle.
Positiv denken. Glauben, dass alles gut wird. Wahrscheinlich sogar noch besser!

Moment, ich muss mal grade mein Glas Bachblütentropfen trinken. So.

Man kann Migräne nicht wegdenken, Krebs auch nicht und nen fetten Arsch schon gar nicht.

Natürlich kann man jetzt sagen, wie schön es doch ist, wenn man mit einer optimistischen Grundeinstellung durchs Leben geht und alle Obstakel nur freundlich anlächelt, auf dass sie sich in Wohlgefallen auflösen und am Ende alles gut geht…

Man kann das sogar machen. Total toll.
Aber dämlich. Eine Erklärung:

Ihr denkt alles wird gut. Ok. Denken wir mal weiter. Was kann passieren?
a) Alles wird gut. Fein, ihr habt richtig gelegen.
b) Es wird schlimm oder schlimmer. Ihr guckt in die Röhre.

Was läuft bei bedauernswerten Pessimisten? Der davon ausgeht, dass eh alles nur noch schlimmer wird?
a) Es wird schlimm oder schlimmer. Fein, ich hab wenigstens damit gerechnet und laufe sehenden Auges ins Messer beziehungsweise bin vorbereitet und kann der Katastrophe einigermaßen entgehen.
b) Alles wird gut. Ok, zwar nicht das, was ich vorhergesagt habe, aber es wird besser als ich vermutet hatte. Bingo.

Der Optimist hat also recht oder verliert.
Ich hingegen habe entweder recht oder kriege mehr als ich erwartet habe.
Strike!

Und wie redet ihr euch so euer Leben schön?
;)

Das Titelbild basiert auf einem Foto von Flickr-User AhmadHammoud, der es unter einer CC-Lizenz veröffentlicht hat. Dem schließe ich mich dankend an. Danke schön!

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