Vorweihnachtlicher Computerspaß. Eine Passionsgeschichte.

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Es könnte so einfach sein. Aber dann wäre es nur halb so lustig. Doch der Reihe nach.

Am Samstag klingelte das Telefon: ein Arbeitskollege.
Er hatte sich nen neuen Laptop gekauft und wollte sich jetzt Outlook einrichten. Eigentlich kein Ding. Er hing jetzt in der Konto-Konfiguration, durch die man beim ersten Programmstart geleitet wird.

Bekomm ich jetzt ne Mailadresse von Outlook zugewiesen?
Äh, nein, da musst du deine bestehende Mailadresse und die zugehörigen Serverdaten eintragen, damit du die Mails mit Outlook abrufen kannst.
Öhm, hab ich gar nicht…
!?!…

Um weiterzukommen, hab ich ihn dann durch die Registrierung bei Googlemail gejagt. Na ja, nicht ganz, denn gegen Ende steht ja noch ein böses Captcha, also eine dieser schwer lesbaren Grafiken, die man abtippen muss, um zu zeigen, dass man keine böse von Skynet geschickte Maschine ist. Hier kommen Fehler schonmal vor, da vertut man sich mal, da kann 1 schonman l oder I sein – nicht weiter schlimm.
Aber zwölfmal?
Gut, irgendwann ging’s dann, ich hab ihn in die Einstellungen geführt und ihn zu der Konfigurations-Anleitung für Outlook 2007 gelenkt.

Hier steht jetzt eigentlich alles was du brauchst – schön kleinschrittig. Kommste damit klar?
Bestimmt. Danke!
Kannst mir ja ne Mail schreiben, wenn alles geklappt hat. Einfach auf die Testmail antworten, die du von mir gekriegt hast.
OK – mach ich!

Fünfundvierzig Minuten gingen ins vorweihnachtliche Land.

Ring! Ring!

Ich kann auf die Mails nicht antworten!
Hm, lass uns mal kurz die Daten durchgehen…

Quälende Minuten vergingen. Zum Glück erinnerte ich mich an TeamViewer, hab’s irgendwie geschafft, dass er das Programm runtergeladen und gestartet hat und hab mit meiner Obstkiste seine Fenstermaschine gekapert.
Der Antworten-Button war tatsächlich ausgegraut.

Haste Outlook schonmal neu gestartet? Man kann ja nie wissen.
Nö, versuch mal.

Ich schloss Outlook also mit einem beherzten Klick und wollte es wieder öffnen. Es folgte die Suche nach dem Programm-Icon.

Warum heißt dein Icon hier ’60-Tage-Testversion??
Weiß auch nicht, aber das Programm will immer meine Seriennummer haben, dabei hab ich die doch bei der Installation eingegeben.
Du hast Office doch gekauft, oder?
Ja, ich hab dem Verkäufer gesagt, dass ich Outlook haben will, weil ich das von der Arbeit schon kenne. Dann hat er gesagt, dass ich am besten Office kaufe, da hab ich alles, was ich brauche.
Dann lies mir mal vor, was auf der Packung steht!
Microsoft Office Home and Student 2007 deutsch. Beinhaltet Word 2007, Excel 2007, PowerPoint 2007, OneNote 2007.
Fällt dir was auf?
Äh…
Du hast dir die einzige Office-Version ohne Outlook andrehen lassen!
Oh…

Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Jetzt kann ich nur noch lachen.

Was fällt euch denn so zum Thema ein? Wir haben doch alle schon sowas erlebt, oder?

4 KOMMENTARE

  1. Kannste vergessen. Der kennt Outlook von der Arbeit und will nix anderes. Wie obiger Geschichte zu entnehmen ist, wäre es auch garantiert kein Zuckerschlecken, ihm ein anderes Programm beizubringen. Ich würd’s nicht machen wollen!
    Ich bin ja schon heilfroh, dass er sich keinen Mac gekauft hat. Das hätte mich im Büro zum einzigen Ansprechpartner gemacht. Grausige Vorstellung.

  2. Kein Zuckerschlecken, aber stilvolles Salzschlecken in der Wüste (Oh. Das war ja gar kein Argument um dich zu ermuntern. I’ll be back!)

    Aber.. moment mal! Mir wollen alle erzählen, dass ein Apfel „einfach so läuft“ und du fürchtest etwaige Probleme die er haben könnte? Blasphemie! Aber hey, das Thema ist zu abgedroschen, ich ergötze mich lieber noch mal an dieser Pointe hier ;)

  3. Macs laufen ja wirklich einfach so. Trotzdem gibt es immer wieder Menschen, die es schaffen, mit den Dingern die hirnrissigsten Sachen anzustellen. Ich kenn da wen, der sich einen gekauft hat und fast schon erwartet hat, dass ihm das Teil die ganze Arbeit abnimmt. Und ich darf’s dann wieder reparieren. Nee, nee!

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