Interviews sind so eine Sache, die in allen möglichen Facetten daher kommt. Von wahnsinnig aufschlussreichen und spannenden bis hin zu absolut öden und nichtssagenden Fragerunden kann alles dabei sein. Interessant ist ja immer, wer so alles interviewt wird und die Gelegenheit erhält seine Sicht der Dinge kundzutun. Das sind einer wenig repräsentativen Befragung meiner kaum als verlässlich zu bezeichnenden Erinnerung zufolge in erster Linie Politiker, Sportler, Musiker und mitteilungsfreudige Fußgängerzonenfrequentierer, die oft keine Ahnung, aber viel Meinung haben. Dies ist aber kein Alleinstellungsmerkmal der letzten Gruppe.

Selbstverständlich soll das nicht heißen, dass es keine interessanten Interviews mit Politikern, Sportlern, Musikern und kamerageilem Pöbel gibt. Aber wir haben das einfach alles schon viel zu oft gesehen. Und zwar in jeder erdenklichen Konstellation und Variation. Was ist denn mit den Leuten, die man sonst eher selten zu Wort kommen lässt?

Klar doch, einem mehrfachen Mörder – und nichts anderes ist ein Auftragskiller – mag man nicht unbedingt eine Bühne bieten. Schließlich haben wir jeden Grund, solche Menschen aus unserem Sichtfeld fernzuhalten. Aber vielleicht liegt genau da auch wiederum die Faszination, die sie auf uns ausüben. Was spricht dagegen, auch einen Blick ins Herz der Finsternis werfen zu wollen. Schließlich wollen wir verstehen. Und können wir etwas oder jemanden verstehen, den wir noch nichtmal kennengelernt haben?

Welchen Grund sollten wir sonst haben, einen verurteilten Auftragsmörder vor der Kamera zu befragen?

https://vimeo.com/119611428
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The Interview ist ein Kurzfilm von John-Michael Triana.

(via filmshortage.com)

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