Es kommt ja immer wieder vor, dass Leute viel zu spät merken, dass der von ihnen gewählte Beruf auf lange Sicht – und wer jetzt anfängt zu arbeiten, kann die Rente noch nicht mal irgendwo am Horizont erahnen – vielleicht doch nicht das Richtige für sie ist.

Ich muss bei sowas immer an die Kommilitonin denken, die es beim Referat im Proseminar unbedingt vermeiden wollte selbst vortragen zu müssen und stattdessen den ganzen Kram drumrum inklusive Bibliotheksgängen und Copyshop-Orgien auf sich genommen hat. Sie hatte auch einen guten Grund, denn sie fühlte sich tierisch unwohl, wenn sie vor mehreren Leute stehen und etwas vortragen musste, während aller Augen auf sie gerichtet waren. Ist ja auch kein Thema. Mir stellte sich nur die Frage, warum sie denn dann unbedingt ein Lehramtsstudium absolvieren wollte.

Das Studium geschmissen hab dann letzten Endes ich, während sie mittlerweile vermutlich täglich mit schwitzenden Händen und Reizdarm vor einer pöbelnden Klasse steht und den schlechtesten Unterricht der Nordhalbkugel abliefert. Aber so ist das manchmal.

Warum ab ich auch auf Lehramt studiert? Schließlich gibt es so viele andere Betätigungsfelder, auf denen man seine Stärken voll ausleben kann und sich jeden Tag auf die Arbeit freut. Folterknecht zum Beispiel.

Doch auch im vermeintlichen Traumjob kann man Tage erleben, die einen massiv an sich zweifeln lassen, an denen alles schief geht und man meint, es besser sein lassen zu müssen, da man es einfach nicht mehr kann.


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„Eterno“ Caso 101 ist ein Kurzfilm von Isaac Camacho.

(via filmshortage.com)

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