Der frühe Vogel gehört zu den Tieren, die mir nicht unbedingt sympathisch sind.
Wer, der auch nur annähernd bei Verstand ist, würde von sich behaupten, dem Klang eines zu früher Stunde klingelnden Weckers – allein die Vorstellung an dieses archaische Gerät verursacht mir Sodbrennen – etwas auch nur entfernt Positives abgewinnen zu können?

Dummerweise ist es so, dass nicht nur ich, sondern auch große Teile der von mir kultisch verehrten Leser dieser Zeilen, tagtäglich dazu gezwungen sind, in aller Herrgottsfrühe den Tag zu beginnen, der doch nur die Mühen und Unannehmlichkeiten mehr oder weniger ehrlicher Arbeit für uns bereithält.

All dieses Übel und die damit verbundene Gewissheit, seine Zeit mit etwas zu vertun, dass nicht annähernd den Wonnen eines Sonntags mit Comics und Kakao auf der Couch entspricht, wird bereits durch das erste Klingeln der teuflischen Gerätschaft vermittelt, die unheilvoll drohend auf unseren Nachttischen thront.

Wie glücklich kann ich mich also schätzen, neuerdings nicht von dieser Höllenmaschine geweckt zu werden, sondern stattdessen durch die Geräusche des sich gerade aus dem Dunkel der Nacht erhebenden Tages!

Gleich dem Tirilieren der Vöglein, begrüßt mich dieses anmutige Geräusch in letzter Zeit jeden Morgen der Arbeitswoche.

Glücklich sind die, die ihre Wecker überhaupt noch hören!“ bin ich nun versucht, all denen entgegen zu rufen, die morgens nicht zum Opfer des zumindest akustischen Untergangs der Welt werden.

Allein, man wird mich nicht hören können.

Das Titelbild basiert auf einem Foto von Flickr-User artwork_rebel, der es unter einer CC-Lizenz veröffentlicht hat. Dem schließe ich mich dankend an. Danke schön!

5 KOMMENTARE

  1. 20% der Kaltmiete, umgerechnet auf die Werktage schlage ich einfach mal vor. Wie spät oder früh fangen die Arbeiten denn an?

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