Zur programmierten Tragik einer handelsüblichen Familie gehört das Phänomen, dass das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern oft noch toll, locker, einfach und intuitiv ist.

Wir lieben diese kleinen Scheißer fast schon abgöttisch und sie zahlen es uns im Idealfall mit grenzenlosem Vertrauen zurück, blicken zu uns auf und wollen vielleicht auch irgendwann mal werden wie Mama und Papa. Ging mir ja nicht anders. Die Eltern als Idealbild, dem man nach Kräften nacheifert.

Alles toll. Friede, Freude und vor allem Eierkuchen bis man platzt. Aber? Wo ist das Problem? Da sollte ein Wort reichen: Pubertät.

Ja, Scheiße. Große Scheiße sogar. Auf einmal wird alles in Frage gestellt, die Eltern vorne weg, schließlich weiß man ja noch nicht mal so wirklich, wer man selbst ist. Tjoa und nix is mehr wie es mal war. Mama und Papa sind doof, haben keine Ahnung wollen einen eh nicht verstehen. Klarer Fall.

Das Ganze ist so dermaßen vertrackt und komplex, dass man diese Beziehungsdynamik doch im Leben nicht in einem wortlosen Kurzfilm darstellen kann, in dem Vater und Tochter einfach nur im Auto unterwegs sind.

Nun, das kann man sehr wohl. Jedenfalls viel besser als gedacht.

Mirrors ist ein Kurzfilm von Lee Dror und Yali Herbet.

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