Ausgabe 100? Ja, sieht ganz so aus. Weil die 100 aber auch nur ne Zahl wie alle anderen ist, gibt es hier und heute auch nichts, was irgendwie aus der Reihe fällt. Sowas hält einen nur von der Lektüre ab.

Liebe Leute, nach nun fast vier Wochen im Erstaufnahmelager

Raphaele Lindemann erzählt nichts, was man nicht schon irgendwie gehört hätte, aber er macht es auf eine unprätentiöse Art und Weise, die es ein bisschen eindringlicher macht als das, was man sonst so liest.

    ↳ In der aktuellen Situation müssen wir uns verdeutlichen, welchen Selbstanspruch wir an unsere Kultur haben. Natürlich könnten wir die Grenzen dicht machen und so tun als wäre Merkel an allem Elend dieser Welt schuld. Aber glaubt denn wirklich irgendwer damit wäre das Problem gelöst? Ich höre hier im Lager durchgehend weinende Kinder. Und ich weiß, dass sie dann halt vor unseren Grenzen weinen würden. Würden wir damit unsere Zivilisation retten? Nur weil wir es dann nicht mehr sehen und im Fernsehen einfach bequem umschalten können? Es zeugt schon von einer bemerkenswerten Moralvorstellung, wenn man auf fb das Elend eines gequälten Hundes anprangert und gleichzeitig sehenden Auges all diese Menschen vor unseren Grenzen krepieren lassen will – und wenn es nur durch Unterlassung ist. Ob das ein schützenswertes Abendland ist?

Liebe Leute,nach nun fast vier Wochen im Erstaufnahmelager, finde ich endlich mal die Zeit ein paar Zeilen zur…

Posted by Raphaele Lindemann on Donnerstag, 28. Januar 2016


Check-in Deutschland

Ein Hotel für Flüchtlinge? Was ein Affront für die so sehr besorgten Bürger. Ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich hier besonders.

    ↳ Doch wenn man versucht, der Sache auf den Grund zu gehen, war es doch nicht die Tante vom Informanten, die das gesehen hat, sondern nur gehört, und zwar von einem, dessen Namen sie leider nicht weiß. Der Kreistag weiß nichts, die Polizei kennt die 50-Euro-Regel auch nicht, und was die Westen betrifft: Rausch sagt, er habe noch keine Notärzte damit gesehen, und er sieht sie wirklich oft. Die Rettungsstelle sagt: durchstichsichere Westen wurden angeschafft, aber nicht fürs Spreehotel, sondern für Konfliktsituationen aller Art, Schlägereien, Fußballfans, Betrunkene. Im Supermarkt heißt es: Natürlich klauen die Flüchtlinge, aber eben auch nicht mehr als die Deutschen. Und dass Asylbewerber Hausverbot haben, da lacht der Verkäufer bloß, da wären sie ja schön blöd, „die tragen ihre 370 Euro im Monat doch zu 90 Prozent zu uns“.


The Bitter Taste of Dying

Jason Smith schreibt darüber, wie er seinen Onkel während seiner letzten Tage erst so richtig kennengelernt hat, die früher kamen als nötig. Und er tut es aus der Perspektive von jemandem, der später nicht viel schlauer war, aber wohl mehr Glück hatte.

    ↳ Fourteen years old is far too young to find out what death tastes like, but I remember it.

Vividly.

In case you’re wondering, it tastes bitter?—?although when giving mouth-to-mouth resuscitation to a dying man whose body’s last gasp is foaming at the mouth, it’s hard to differentiate between the taste and the smell and the visual. It, like the memory, just sort of all blends together.

Regardless, it was far too young. I was far too young.

Remember when they told us that a brain on drugs looks like a frying egg? I can tell you first hand, that’s not what it looks like. It’s far more disturbing than that. It’s much more grotesque.

My uncle Mark was a good man. He really was. He had a great heart, an infectious laugh, and used to pull these girls who were insanely beautiful. Just gorgeous. Growing up, I admired him. I wanted to be him.


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