Poah. Ich muss ausholen. Ich wühle mich, nachdem ich das Blog lange hab schleifen lassen und kaum gepostet habe, durch meinen Berg an Entwürfen und habe diesen hier wiedergefunden, den ich im Juni 2025 gespeichert habe.
Der Film ging mir damals schon ziemlich nah, jetzt macht er mich gerade fertig. Mein Ansatz hier war ja immer, dass ich keine klassischen Filmbesprechungen mache. Ich schreibe das auf, was mir durch den Kopf geschossen ist, als ich den Film gesehen habe. Manchmal ist das ganz dicht dran, manchmal schweife ich ein bisschen ab. Aber immer ist der Film der Auslöser.
Das ist hier nicht anders. Aber irgendwie schon.
Im September ist meine Mama gestorben. Ich kam zu spät. Als ich im Krankenhaus ankam, war schon alles vorbei, sie war zurechtgemacht und lag da. Mehr nicht. Sie lag da und war nicht mehr da.
Jetzt Anfang Februar ist mein Papa gestorben. Ich war dabei und habe seinen Kopf gehalten bis zum Schluss. Aber ich war wieder zu spät, um nochmal mit ihm zu reden. Ich hatte ihn in den Tagen davor ein paar Mal besucht und mich mit ihm unterhalten, aber an seinem letzten Tag gab es kein Gespräch mehr. Ich konnte ihm in seiner letzten Stunde nur noch Dinge sagen, von denen ich nur hoffen kann, dass er noch irgendwas davon gehört hat.
Und jetzt sitz ich hier, müsste eigentlich längst ins Bett und schreibe was zu einem Kurzfilm, der mich beim zweiten Mal angucken noch viel mehr aufwühlt als beim ersten Mal.
Guckt ihn euch an und vielleicht verpasst er euch auch diesen fiesen Tritt in die Magengrube, dessen Schmerz sich aber irgendwie recht schnell in ein wohlig warmes Gefühl wandelt.
Mir bleibt nach dem erneuten Tritt ein bisschen die Luft weg… Aber das ist ok, weil gute Kunst auch mal wehtun darf. Vielleicht muss sie das sogar.
When a struggling rapper is summoned to his grandmother’s deathbed, he engages in a madcap freestyle in a hilarious but heartbreaking attempt to prevent her from dying.
Und wenn ihr fertig seid und immer noch könnt, guckt euch unbedingt noch The Method of Places an. An den musste ich in den letzten Tagen oft denken.
(via https://www.langweiledich.net/rapper-zieht-freestyle-in-die-laenge-damit-die-oma-nicht-stirbt/)

