Ich hab meinen Großvater geliebt. Also den einen, meinen Oppa. Den, der immer in der Nachbarschaft gelebt hat, als ich noch ein Kind und später Jugendlicher war. Meinen anderen Opa hab ich nie kennengelernt. Er starb lange vor meiner Geburt.

Was ich an meinem Oppa so faszinierend und toll fand war, dass er immer irgendwie ein harter Hund war. Er war einfach unheimlich konsequent. Man hätte jetzt sagen können er sei stur gewesen, aber das trifft es irgendwie nicht so ganz. Er hatte seine Prinzipien und an die hat er sich gehalten. Immer. Wenn er eine Ansage gemacht hat, dann galt die auch. Garantiert.

Das zeigte sich besonders bei einer Geschichte, die die kindliche Liebe für den Oppa ein wenig erschüttert hat und mir damals einen ziemlichen Schrecken eingejagt hat. Als mein Papa selbst noch ein Kind war, hatten meine Großeltern Wellensittiche. Und einer dieser Sittiche ließ den anderen nicht in Ruhe und wurde zunehmend aggressiver. Natürlich konnte der Vogel die Ansage nicht verstehen, die er bekommen hat. Wie auch? Als der Piepmatz dann zu einer erneuten Attacke auf seinen Käfiggenossen ansetzte, sollte es seine letzte sein. Wie es ihm vorher angedroht wurde, ging der Käfig auf, die Hand ging zum Vogel und der Vogel anschließend in den Kohlenofen. Ja. Wirklich.

Ich glaube ja, dass der Krieg eine ganze Menge mit einem macht. Er verändert einen. Und auch, wenn er keinen ganz anderen Menschen aus dir macht, dann verstärkt er die Eigenschaften, die du eh schon hattest. Die guten vielleicht, die schlechten ganz sicher.

Bär ist ein Kurzfilm von Pascal Flörks.

(via shortoftheweek.com)

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