Kriege werden aus den unterschiedlichsten Gründen begonnen. Aber egal, ob sie jetzt „gerechte Kriege“ oder aber auch nicht sind. Völlig Wurscht, ob man gegen den Nachbarn oder irgendwo Übersee Krieg führen will, es gibt natürlich Formalitäten zu erfüllen.

Der Anfänger steht natürlich erstmal vor dem Berg der Verordnungen und sucht verzweifelt nach Passierschein A38, denn der kann ja so verkehrt nicht sein.

Allerdings wurde von findigen Menschen und Juristen schon früh daran gedacht, hier alles in geregelte Bahnen zu lenken und zu standardisieren. Muss ja alles seine Ordnung haben, auch bei Kriegserklärungen.

Wie bitte? Doch doch:

„Ganz besonders interessant erscheint hier der Nachweis, dass spätestens im 18. Jahrhundert zur Abfassung von Kriegsmanifesten bereits standardisierte Vorlagen bis hin zu offiziellen Kanzleiformularen existierten, so dass die Interpretation einzelner Texte immer das größere Gesamtkorpus im Blick haben muss (S. 125–131).“

Quelle:
Bernd Klesmann: Rezension zu: Tischer, Anuschka: Offizielle Kriegsbegründungen in der Frühen Neuzeit. Herrscherkommunikation in Europa zwischen Souveränität und korporativem Selbstverständnis. Münster 2012, in: H-Soz-Kult, 14.06.2016, <http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-19130>.

Gibt es sowas immer noch? Oder haben wir mittlerweile sowas wie ein UN-Portal, in dem man eine Kriegserklärung ganz einfach online veröffentlichen kann? Wäre doch total praktisch.


Das Titelbild basiert auf einem Foto von Glen Noble. Lizenz: CC0 1.0. Danke!

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