WG. Mitbewohner. Ja, kommt euch bekannt vor, hab ich hier mittlerweile auch bereits diverse Male thematisiert, wie der ein oder andere gemerkt haben dürfte. Und zwar nicht nur, weil halt grade mal der ein oder andere Kurzfilm des Weges kam, der sich zufälligerweise des Themas annahm, sondern auch, weil mir das Thema am Herzen liegt.

Warum? Weil man ne Menge Miete sparen kann und immer jemand da ist, den man fragen kann, ob man was vom Bier oder dem grade gut riechenden Essen abhaben kann? Ja, auch. Is ja gut. Hauptsächlich aber deshalb, weil ich in all meinen WG-Jahren eine ganze Menge erlebt hab. Erinnerungen, oder Fragmente davon, die ich nicht mehr missen möchte, schließlich prägt einen sowas ja durchaus. Ich wäre heute schon ein anderer, wenn ich bestimmte Erlebnisse nie gemacht hätte.

Aber was bleibt nach diversen Jahren in WGs denn so hängen? Die Alkohol- und Grillexzesse? Bekiffter Frühlingsputz in Unterhosen? Nächtliches Plündern der Kondomvorräte des Mitbewohners, weil man mal wieder vor lauter Pessimismus keine gekauft hatte? Sich gegenseitiges Pflegen im Krankheitsfall? Ja, ganz genau sowas.

Aber auch nächtliche Frittier- und Philosophiegelage. Nette Männer von nervigen Mitbewohnerinnen, die auf der Arbeit Steaks klauen und einem unverhofft und perfekt gebraten in den Rachen werfen. Geduldige Mitbewohner, die einem immer wieder geduldig den Iro graderasieren. Sich über die sehr, wirklich sehr kleinen Fortschritte, die der Mitbewohner auf der Gitarre macht, freuen. Die illegalen und hochlukrativen Parties, die man für hunderte Menschen zusammen organisiert. Und die Open Air Festivals, die man zusammen hochzieht natürlich auch.

Aber auch an das gemeinsame Bescheißen von Vermieter, GEZ und Kabelanbieter gleichzeitig bleibt im Kopf. Natürlich bleibt es das.

Meine Lieblingsgeschichte? Wie ich mal stinkbesoffen von einer Party zurückkam und mir absolut sicher war, dass ich keine Decke besitze, weshalb kein Weg daran vorbeiführte, meinem Mitbewohner und seinem Date deren Decke wegzuziehen und mich damit auf mein Bett und auf die drei Decken, die ich sehr wohl besaß, zu legen. Unschön. Aber lustig. Finden die beiden übrigens heute noch. 🙂

Warum ich all das erzähle? Da muss doch ein Kurzfilm im Spiel sein! Ist es auch. Und zwar einer, der ganze viele Knöpfe auf einmal bei mir drückt und mich sofort in den Nostalgie-Modus versetzt hat.


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Katerfrühstück ist ein Kurzfilm von Philip Warneke. Näheres zum Film findet ihr hier:
katerfruehstueck-film.de

©Claudia Warneke Fotografie
©Claudia Warneke Fotografie

Wie man noch mehr über den Kurzfilm und seine Macher herausfinden kann? Indem man dem Regisseur Philip einfach mal ein paar Fragen stellt.

Erzähl mal, wer bist du und wo kommst du her?
Ich bin Selbstständig und betreibe eine Werbeagentur im schönen Weserbergland in Höxter. Meine erste große Leidenschaft war und ist die Musik. Ich spiele Cello, Gitarre, Bass und alles mit Saiten, was mir so in die Finger kommt, versuche ich zu spielen. Ich habe verschiedene Band-Projekte gemacht und bin auch darüber an meinen alten Kindheitstraum vom Filmemachen wieder herangekommen. Denn meine Band brauchte ein Musikvideo und da ging das alles los.

Hast du vorher schon andere Kurzfilme gedreht, bzw. dran mitgearbeitet?
Ja. Ich habe vor Katerfrühstück drei mal beim 99Fire-Kurzfilmwettbewerb mitgemacht. Dort haben wir aber nie irgendeine Reaktion bekommen. Mann konnte noch nicht einmal erfahren, ob man denn nun zum Wettbewerb zugelassen wurde, oder ob man wegen irgendwelcher Formalitäten von vorne herein ausgeschlossen wurde. Es gab auch leider kein Feedback zum eingereichten Film. Das hat uns dann irgendwann nicht mehr gereicht und wir wollten etwas eigenes machen, bei dem wir nicht in Lauflänge, Thema und Eignung für einen Sponsoren eingeschränkt sind. Zwischendurch sind noch einige Musikvideos für meine und andere Bands entstanden, sowie auch langsam Aufträge aus der lokalen Wirtschaft (YouToube-Videos für Unternehmen, Werbespots fürs Kino, etc.) Bei YouTube gibt es eine gelegentlich aktualisierte Playlist mit (fast) allen Projekten, an denen ich irgendwie beteiligt war: https://www.youtube.com/playlist?list=PLCvu31hhKINiJzWIT6cUNu2E-FxXxoTvZ

Wie seid ihr auf die Idee zu Katerfrühstück gekommen? Eigene WG-Erfahrungen? Raus damit!
Der Film ist nicht autobiografisch, falls du darauf anspielst. Dennoch sind ein paar Situationen von Ereignissen aus dem Freundeskreis inspiriert. Die Elemente aus dem echten Leben wurden quasi in einen Topf geworfen gut durchgerührt und dienten als Pool von Ideen, mit der die Grundgeschichte weiter ausgebaut werden konnte. Mir war beim schreiben der Geschichte wichtig, dass sie einen umsetzbaren Rahmen bekommt. Also quasi ohne Budget, mit einem Team von Freunden, an einem Verlängerten Wochenende, on Location, gedreht werden konnte. Außerdem suche ich mir beim Schreiben eines neuen Projektes immer eine Herausforderung, die ich vorher noch nicht gemacht habe. Bei Katerfrühstück war das die Fülle an Dialogen und die Arbeit mit mehreren Darstellern als Regisseur. Bei vorherigen Projekten habe ich weitestgehend auf Dialoge verzichtet.

Gibt es schon ein nächstes Projekt? Kannst du da schon was verraten?
Natürlich! Nach Katerfrühstück habe ich bei einem Kurzfilm meiner Kollegin Madeline Sprock „EinSchnitt“ die Regieassistenz übernommen. Momentan ist ein neues Kurzfilmprojekt in der Post. Hier wird gerade die Musik geschrieben. Natürlich auch wieder von meinem Freund Jan Pecher, der auch schon für Katerfrühstück zusammen mit meiner Schwester Simone drei Songs geschrieben und produziert hat.
Ich freue mich schon drauf!

©Claudia Warneke Fotografie
©Claudia Warneke Fotografie

Welchen anderen Kurzfilm sollte ich mir unbedingt auch angucken und ins Blog kleben? Kannst du mir einen empfehlen?
Oh ja! Auf jeden Fall! Besonders gefallen hat mir in letzter Zeit der Kurzfilm „Erledigung einer Sache“ von Dustin Loose. (imdb.com/title/tt3636196/ // videoload.de/film/erledigung-einer-sache/9208205928594742615)

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