Es ist wie immer: Sonntag ist Zeit für Buchstaben und frischen Lesestoff.

Zu den Hasskommentaren auf unserer Seite: Was uns wichtig ist

Die 11Freunde haben die Schnauze voll und zwar aus sehr gutem Grund.

    Das betrifft insbesondere uns Fans. Auf den Rängen steht kein Klatschvolk, das einfach nur unterhalten werden will. Fußball ist kein Musical. In den Fanblöcken stehen Menschen, die sich Gedanken machen, eine Stimme haben und gehört werden wollen. Ob es um Ticketpreise oder die Flüchtlingsdebatte geht, spielt dabei keine Rolle.

Eine lebendige Diskussionskultur ist uns daher auch bei 11FREUNDE wichtig. Das jedoch, was seit geraumer Zeit auf vielen Medienseiten und eben auch auf unseren Online-Seiten passiert, hat damit nichts zu tun. Die bösartigen und widerwärtigen Kommentare vom Samstag waren nur ein weiteres Beispiel dafür, dass es längst nicht mehr um den zivilisierten Austausch von Meinungen und Ansichten geht, sondern um die Ausweitung der Kampfzone.


Zu einem Kommentar auf 11freunde.de

Im Gegensatz zu mir hat der gute Carsten noch genug Mut, um auch Kommentare zu lesen und hat eben dies unter dem oben verlinkte Artikel getan. Auf einen davon antwortet er in seinem Blog und unterfüttert seine Schlussfolgerung wie immer ganz gut.

    Neben den natürlich wichtigen humanistischen und völkerrechtlichen Gründen, die für eine Aufnahme von Flüchtlingen aus Kriegsgebieten sprechen, muss man sich eines klar machen, lieber Sergej: Diese Leute, die Du so pauschal ablehnst, werden dir einmal die Rente bezahlen.


Being Queen’s Roadie was One Intense, Rewarding Job

Ich war nicht nur früher ein absoluter Queen-Fan, ich bin es auch heute noch. Wobei Queen für mich nur in der klassischen Besetzung existiert hat. Und ich ärgere mir den Arsch ab, dass ich sie nie live gesehen hab, auch wenn ich dafür wohl eh zu jung gewesen wäre. Umso toller sind natürlich Erinnerungen von Menschen, die wirklich immer dabei waren, wenn es raus auf die Bühne ging.

    Queen are at the peak of their successes?—?and excesses. A pale and fragile-looking Fred is sheltering backstage in the comfort of the dressing room. Outside there is a packed arena containing nigh on 20,000 baying rock fans and it’s less than an hour until show time. Mr Mercury is in one of his moods and nobody present dares to say anything in response. They just ignore him and hope it will go away. It doesn’t.

Fred stands, waves his arms theatrically and loudly states his feelings again: ‘I’m telling you?—?I can’t do this show?—?my voice is fucked. I’m fucked!’

Well, what do you expect?—?screaming and ranting like that?

Brian May and Roger Taylor start to mutter support and try to win him round, while bassist John Deacon stretches out on a couch, a Walkman plugged into his ears?—?nodding and smiling. Grinning actually. Meanwhile, ‘management’ stop picking at the copious plates of food laid out like a banquet, and begin to get twitchy as they search their address books for lawyers’ and insurance companies’ telephone numbers. The promoter’s face has turned white.


Peter Lustig: Er hasste Kinder nicht

Ja, Ironie in Texten ist ne gefährliche Sache. Weiß eigentlich jeder, der sich schon mal seitenweise für einen Satz rechtfertigen musste, der so nie gemeint war. Auf diese Weise kommen dann auch mal Gerüchte in die Welt, die sich anschließend hartnäckig halten, so unwahr sie auch sein mögen. So passiert mit einem Satz, den Peter Lustig in einem Interview mit Kai Biermann gesagt hat und der ihm fortan negativ ausgelegt wurde. Darum ist es nur richtig, wenn man jetzt auch überall lesen kann, wie es wirklich war.

    Das Gesprächsprotokoll erschien Ende Oktober 2002 im Magazin der Stuttgarter Zeitung unter der Überschrift „Die Leute denken, ich trage Birkenstock“. Ich bin nicht stolz darauf. Wer mit einem Journalisten redet, muss ihm vertrauen. Er muss darauf vertrauen, dass der Journalist die Worte richtig wiedergibt, dass er nichts verzerrt. Peter Lustig hatte mir vertraut.

Beim Schreiben des Protokolls verfälschte ich nichts, ich wollte ihn zeigen, wie ich ihn erlebt hatte: offen, uneitel, ehrlich. Aber ich erkannte nicht, welche Gefahr sich in seinen Worten verbarg. Ich sah nicht, dass man ihn missverstehen konnte.


Ein Kommentar zur „Schande von Clausnitz“ – aus der Sicht eines Clausnitzers

Es ist immer ein Scheißgefühl, wenn man merkt, dass etwas stimmt, das man lange nicht bemerkt oder so wahrhaben wollte. Dementsprechend kann es guttun, sich einfach mal alles von der Seele zu reden/schreiben.

    Und ich habe das Gefühl, es ist jetzt an der Zeit, etwas zu sagen, das schon lange gesagt werden sollte.
Ich selbst lebe nicht mehr in Clausnitz, aber ich bin noch regelmäßig da und ich habe das Gefühl, es geht auch mich etwas an. Es fällt mir nicht ganz leicht, die folgenden Worte zu formulieren. Sie sind eine unbequeme Wahrheit. Eine, mit der ich und viele andere aufgewachsen sind. Eine, die viele sicherlich nicht hören wollen. Aber sie ist eine Tatsache. Es geht dabei um Menschen, dir mir einmal nahestanden oder immer noch nahestehen. Und es ist Zeit, dass einige die Augen aufmachen, dass sie einsehen und akzeptieren, dass es ein Problem gibt.
Ich selbst kenne nicht die Antworten auf alle Fragen. Ich bin nicht motiviert, jemanden zu diffamieren, bin nicht motiviert, Vorwürfe zu machen. Ich möchte nur dazu beitragen, aufzuklären. Die Situation objektiv zu betrachten, ohne plumpe Parolen, Anschuldigungen, Provozierungen und Polemisierung.


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