Jeder kommt mal an den Punkt, an dem er dieses oder jenes Kapitel in seinem Leben beenden will. Leider gibt es auch immer mal wieder jemanden, der am liebsten das ganze Buch zuklappen und hinter sich bringen möchte.

Das ist in der Regel leichter gesagt als getan, da man ja nicht einfach auf ein paar Knöpfe drückt und anschließend das Gewünschte passiert.

Aber mal abgenommen, es ginge so einfach. Schließlich leben wir in einer Dienstleistungsgesellschaft, in der man alles und jeden kaufen kann. Beste Voraussetzungen also!

Klar, ein paar Hürden muss man trotzdem noch nehmen. Prinzipiell kann zwar jeder Kunde werden, aber nicht unbedingt jederzeit. Man muss also schon ein bisschen am Ball bleiben. Ist ja nicht anders als beim ein oder anderen Handy-Kauf. Irgendwann klappt es aber. Wenn man dann immer noch will, bestellt man den eigenen Abgang, wie man ihn sich nunmal gerade vorstellt.

Und wie das immer so ist, wenn man sich was bestellt, das man am liebsten gestern schon haben wollte: Man muss erstmal wieder warten, bis es endlich geliefert wird. Das ist natürlich ziemlich doof. Denkt man.

Richtig doof wird es aber erst, wenn man plötzlich in einer vollkommen neuen Situation steckt und die Bestellung eigentlich am liebsten direkt wieder stornieren würde.

Das geht aber nicht. Es wird geliefert wie bestellt.


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Mr. Happy ist ein Kurzfilm von Colin Tilley.


Titelbild: Death. Autor: Alfredo Astort, from The Noun Project. Lizenz: CC BY 3.0. Danke!

1 KOMMENTAR

  1. Das legt ja nun den Verdacht nahe, dass Murphy’s Law wie alle Gesetze von Menschen gemacht wurden.
    Was gab es für ein Theater, als die alten Griechen das durch Ausweitung des Handels und sonstiger Beziehungen entdeckten. Ganze Rhetorikschulen wurden verboten.
    Wenn man nicht bestellt, bleibt alles scheiße. Richtig beschissen ist, wenn andere profitieren und Dir deshalb nur einen kleinen Vorgeschmack verkaufen, der Dein Weiterleben erlaubt. Markttheologie. Erlösung wie immer nur im Jenseits.
    Aber ganz ehrlich, lieber el-flojo?
    So? Klar. Ich kenne die Slow-and-Painful-Scheiße. Es ist bitterkalt, man hat drei bis fünf absurde basale Gewissheiten, die die Basis für die restliche Überformung liefern, die in Like und Dislike unterteilt sind – ein Like ist ein unspezifisch-reputierliches „Französisch“ – andere sind Rassismus und Gewalt.
    Man erfährt also, dass durchaus nicht alles so modern und nie dagewesen futuristisch ist und möchte es dabei bewenden lassen. Man wacht unter Schmerzen auf, muss 15 Jahre warten und vertieft die Überzeugung, dass vieles nicht so ist wie es scheinen möchte und dass das auch in Büchern einiger Theoretiker und Analytiker ziemlich sehr gut beschrieben ist.
    Dies scheint mir auch eine Konstante einiger Deiner Filme zu sein. Illusionen, die ein unerwartetes Ende nehmen und wahlweise Zuschauer oder Protagonisten in einen perpetuierenden Zwiespalt bringen oder aber die Hoffnung nähren, die verändernden Momente, die eine Welt retten, passierten hier und da, nicht überall, nicht jederzeit, nicht jedem, aber allen.
    Dann darf man seine Bude abrocken und hoffen auf den bevorzugten Markt und das Prinzip der mimetischen Spiegelung, an deren Ende im Gelingen man voneinander beseelt ist und dann macht die Hoffnung das Licht aus.
    Die Elite des Wohlfahrtsstaates grüßt ausdrücklich Trixie und den Stolz der Hoffnung, zu genügen.
    10.000? Klar, man kann um halb sieben nachts das Internet vollschreiben.
    Aber nur 10.000, um alles auf Anfang zu setzen, eine Welt zu retten und eine Realität jenseits des Selbstbezugs zu erfahren?
    Schick ’nen Link. Ich besorg‘ die Kohle.

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