Verlorene Bodenhaftung

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Wie ist das eigentlich, wenn man den Boden unter den Füßen verliert?

Macht es schwupps, er ist einfach weg und man steht in der Luft wie der Kojote, wenn er bei einem seiner bemitleidenswerten Versuche, den Roadrunner zu fangen, mal wieder für einen Moment über einer Schlucht hängt? Ein schneller und tiefer Sturz geht einem ordentlichen Rumms voraus. Aber wir kriechen aus der sich langsam legenden Staubwolke und können uns irgendwie wieder berappeln. Früher oder wahrscheinlich auch erst irgendwann später. Aber immerhin. Wir stehen.

Oder ist es eher einer dieser schleichenden Prozesse, die man erst überhaupt nicht wahrnimmt? Eine dieser Sachen, die sich so langsam wie unaufhaltsam anschleichen, dass man ihnen erst keine Beachtung schenkt und das Ausmaß der Katastrophe erst anfängt wahrzunehmen, wenn fast schon alles verloren ist. Eine dieser Katastrophen, die an einem kleben bleiben, wie Pech aus dem letzten Loch der Hölle und die alles für immer verschwinden lassen, an dem uns so viel gelegen war. Unumkehrbar und ohne Ausweg. So wie das langsame aber unausweichliche Ende einer Beziehung.


GRAVITY ist ein Kurzfilm von Sohini Tal.

Erinnert mich sehr an den Kurzfilm Pull, den ich hier im letzten Jahr gezeigt habe.

[lightgrey_box]Titelbild: Arrow Down designed by P.J. Onori from The Noun Project. Lizenz: Creative Commons – Attribution (CC BY 3.0). Danke![/lightgrey_box]

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Ruhrpottjunge im Rheinland. Gewaltbereiter Pazifist. Entspannter Choleriker. Freund des gepflegten Kurzfilms und sinnvoll aneinandergereihter Buchstaben. Macht den Scheiß hier seit 2001 und denkt nicht daran, es bleiben zu lassen. Warum auch? Ach ja, der Name. Kommt aus dem Spanischen, bedeutet soviel wie "der Faule" und spricht sich el flocho. (Den Link zu Google+ hab ich hier nur drin, um was auszuprobieren...)

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